B-Side

Street 66

Linton Kwesi Johnson (LKJ) gehört zur zweiten Generation von Emigranten*innen, die nach dem 2. Weltkrieg von den Exkolonieländern nach England ausgewandert sind. Wie andere Emigranten*innen hat auch Linton sich im Stadtrand von London, in Brixton, niedergelassen. Aufgrund seines Emigrationshintergrundes, seiner Hautfarbe, seiner Heimat in einer Exkolonie und der familiären Zugehörigkeit zur Arbeiterklasse, hat sich Linton sehr früh für Politikthemen interessiert. Schon in jungen Jahren war er Aktivist bei den Black Panters und hat seine Poems in verschieden Zeitungen veröffentlichte. Für jemanden, der seit frühen Jahren Aktivismus betrieben, die Gesellschaft beobachtet und hierrüber geschrieben hat, war Musik machen nur eine Verlängerung von seiner vorherigen Beschäftigung.

Der Poet hat eine neue Dub Stil erschaffen, eine Art von „Musik Reportage“1, in der er seine zwei Welten zusammengebracht hat:  Jamaika und England. Kwesi Johnson mischte karibischer Musik (Ska, Reggae, Dub) und die Rastafari Religion zusammen mit seinen Erfahrungen in London. Diese beiden Realitäten prägen seine Kunst: Dub-Poetry!        

Diese „Bipolarität“ ist eine Konstante in seinem Werk und das Album „Bass Culture“ (Island, 1980) bestätigt das. Seine 3. LP war damals die meist verkaufte Reggae Schallplatte, nur die Kompilation „Legend“ von Bob Marley im Jahr 1984 hat später mehr Reggae Platten verkauft.2

Bass Culture bedeutet für LKJ im kommerziellen Sinne eine Erweiterung der Zuhörer*innen aber aus musikalischer Perspektive können wir mehr über eine prozesshafte Weiterentwicklung reden.  Die einziege Außnahme ist die Benutzung von der Samplig-Technik mit einer hinzugefügten Mundharmonika-Aufnahme von “Street 66”.3 Das Lied selbst ist ein Spiegel von dieser Kontinuität, man kann LKJ Ästhetik sofort erkennen, wann man sein Lied hört:  

„ The ominous sound of the harmonica is the tonne setter, the  drumbeat the pacesetter, and as the reggae revellers skank in the space tot he dread reggae rhytm our sense of the place and foreboding is amplified by the poet's momentary pauses“.4

Das Lied beschreibt eine private Zusammenkunft, wo die Personen einen mystischen Moment durch  „music mellow steady flow“ und durch die Worte von „Poet I Roy „ erlebt haben. Die Musik provozierte starke körperliche Reaktionen: Sie sprangen und schüttelten…  Sie erfuhren einen sehr sensoriellen Augenblick, der von der Polizei unterbrochen wurde. Wo kann man als Emigrant frei sein? Sie waren zu Hause, in einer privaten Sphäre und trotzdem hat die Polizei sie gesucht. Als Rasta, als Emigranten, als Minderheit war es ihnen nicht erlaubt ihre Kultur in der Londoner Öffentlichkeit auszuleben. Die Unterdrückung vom Staat und von der Polizei war enorm, selbst im privaten Leben. LKJs Lieder und Texte sind heute noch als sehr wichtige geschichtliche Dokumente zu verstehen, die die UK-Gesellschaft sowie ihre Konflikte und Spannungen Ende der 70er und 80er widerspiegelt. 5

Literaturverzeichnis:

1 Red Bull Music Academy. (2018). Don Letts on The Roxy, Steel Leg and Big Audio Dynamite. Besucht am 11.5.2021. Verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=lkAwYjl4d64&t=2177s

2 Red Bull Music Academy. (2019). Dennis Bovell on Lovers Rock, Linton Kwesi Johnson and Songwriting. Besucht am 11.5.2021. Verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=ie6uS4BzQmk&lc=UgzBA7CA74N2jSrCx314AaABAg

3 Red Bull Music Academy. (2019). Dennis Bovell on Lovers Rock, Linton Kwesi Johnson and Songwriting. Besucht am 11.5.2021. Verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=ie6uS4BzQmk&lc=UgzBA7CA74N2jSrCx314AaABAg

4 Austin, David (2018). Dread Poetry & Freedom: Linton Kwesi Johnson&The Unfinished Revolution. London: Pluto Press.

5 Laine, Louisa Olufsen (2013). Aesthetics and Postcolonial Politics in Linton Kwesi Johnson’s Poetry. University of Oslo, Department of Literature, Area Studies and European Languages, Oslo.

Abbildungverzeichnis ( Erscheinungsreihenfolge):

1 https://pasttenseblog.wordpress.com/2021/04/09/in-the-shadow-of-the-spg-racist-policing-resistance-black-power-in-1970s-brixton/

2 https://standupandspit.wordpress.com/2015/09/25/lkj-the-voice-of-black-britain/

3 https://www.discogs.com/es/Linton-Kwesi-Johnson-Bass-Culture/release/13848981

4 https://m.facebook.com/dubmaestro/photos/a.593957620636039/2947941515237626/?type=3&source=44

5 http://wassifa.org/sound.html

Publicado por Nesta

N.E.S.T.A., born in Aveiro (PT) and based in Berlin, music lover, record collector and half of the electrifying DJ duos Baile Atlântico, Batuque Low Fi, Sal Grosso. Overcoming time barriers and fully loaded with groove, his sets oscillate between soul and disco, funk and tropicalism, afrobeat and soca, jazz and hip hop, dub and funaná, coladera and highlife; always 100% analog and party mode on.

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